Entwürfe des Faktors Balcke für einen Gipsofen in Walkenried, 1750, oben mit Lehndach, unten mit angebauter Kloppedähle und Kalkammer.Mit diesen Seiten wird ein Konzept für ein thematisches Regional- einschließlich Industriemuseum vorgestellt, daß die für Deutschland einzigartige Gipskarstlandschaft des Südharzes mit der Kulturgeschichte des Gesteins und Rohstoffes Gips (und Anhydrit) verbindet. „Südharz“ steht hier für die ganze Region des Zechsteinausstriches, also vom Westharz bei Osterode über den Südharz und Südostharz bis in den Kyffhäuser.

Da es weder eine umfassende museale Darstellung der Gipskarstlandschaft für den gesamten Südharz gibt noch ein umfassendes Museum für die Gipsindustrie und der Standort Walkenried verkehrsgünstig in der stark frequentierten Erholungsregion des Harzes liegt, ist mit einem Erfolg durch hohe Besucherzahlen zu rechnen.

Das Gipsmuseum soll nach dem Prinzip des Infotainments gestaltet werden, indem Besichtigungen des eigentlichen Museums verbunden werden mit Besichtigungen / Exkursionen oder Führungen zu Punkten im Gelände, die für den Gips als Landschaft und Rohstoff von attraktiver Bedeutung sind, sowie mit Veranstaltungen des Bildungs-, Ausbildungs-, Kreativ- und Erlebnissektors.

Walkenried mit seinem an den Museumsstandort angrenzenden Zisterzienserkloster ist ein kulturgeschichtliches Zentrum für die wirtschaftliche Entwicklung des Südharzes. Heute ist es mitsamt dem angrenzenden Ellrich ein Standort der Gipsindustrie in zentraler Lage.

Die ehemalige Domäne, der Wirtschaftshof des Klosters, ist zur Zeit ungenutzt. Dieses Konzept sieht die Einrichtung des Gipsmuseums auf diesem Gelände vor, das für den Innenbereich und mit seinen Außenflächen umfassende Möglichkeiten der musealen Präsentation bietet.

Grundeigentümer der Domäne ist die Arbeiterwohlfahrt. Diese hat im Rahmen der Jugendsozialarbeit mit der Errichtung einer qualifizierten Ausbildungsstätte für benachteiligte Jugendliche begonnen. Weiterhin sollen Ausbildungsstätten auch für Handwerksberufe im Baubereich mit Gipseinsatz (z.B. Stukkateure, Restaurateure) eingerichtet werden. Durch Einbindung der öffentlich finanzierten Jugendsozialarbeit am Standort der Domäne sollen Synergieeffekte für die bauliche Entwicklung und den Betrieb des Gipsmuseums genutzt werden.

Weitere positive Synergieeffekte mit dem Fremdenverkehr im Raum Walkenried sind durch die hohe Besucherrate des Klosters (Kreuzgangführungen und Konzerte klassischer Musik auf hohem Niveau) zu erwarten. Als Stätte der Kunst soll das Gipsmuseum mit der Baukunst der Zisterzienser und der heutigen konzertanten Nutzung des Klosters sinnvoll verbunden werden, indem der rohe oder verarbeitete Werkstoff Gips zum Gegenstand eigener gestalterischer Arbeiten Dritter im Gipsmuseum werden soll, z.B. durch Kunstworkshops.

Neben der touristischen hat das Gipsmuseum mit seiner Umgebung allgemeinbildende Funktion, deshalb wird die enge Kooperation mit Bildungsträgern, insbes. der Universitäten und der kommunalen Erwachsenenbildung von Anfang an anzustreben sein. Das Gipsmuseum ist ein Baustein innerhalb des nach UNESCO-Kriterien z.Zt. im Aufbau befindlichen Geoparkes Harz.

Das Gipsmuseum ist ein Selbstdarstellungs- und Werbebestandteil Süd- und Westharzer Gipsindustrie. Der Name „Gipsmuseum“ oder „Gips-Museum“, ggf. mit möglichen Zusätzen: Harzer Gipsmuseum, Südharzer Gipsmuseum, Gipsmuseum Walkenried, muß noch festgelegt werden. Jedenfalls soll der Name kurz und mit hohem Erinnerungs- und überregionalem Zuordnungswert sein.

Das Konzept geht aus von einer Mitwirkung aller weiter unten genannten Beteiligten von Anfang an. Die Gesamtheit der Erlebniswelt des Gipsmuseums soll auch im Internet (interaktives virtuelles Museum) präsentiert werden.